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Fachagentur Wind und Solar warnt vor wachsendem Bedarf an Recyclingkapazitäten – neues Hintergrundpapier zeigt Herausforderungen und Lösungsansätze auf

Berlin, 6. Januar 2026.
Die Energiewende schreitet voran – und mit ihr rückt ein Thema stärker in den Fokus, das bislang eher im Hintergrund stand: der Rückbau und das Recycling von Windenergieanlagen. Ende 2025 waren in Deutschland insgesamt 29.230 Windenergieanlagen in Betrieb. Rund ein Drittel davon ist bereits älter als 20 Jahre und nähert sich damit dem Ende seiner technischen Lebensdauer. Bis zum Jahr 2035 werden mehrere tausend Anlagen außer Betrieb gehen. Für sie stellt sich die Frage: Was passiert mit den großen Bauwerken und ihren Materialien?

Antworten darauf liefert ein neues Hintergrundpapier der Fachagentur Wind und Solar, das sich umfassend mit dem Rückbau und der Wiederverwertung von Windenergieanlagen beschäftigt. Das Papier beleuchtet den aktuellen Stand, rechtliche Vorgaben sowie technologische Entwicklungen – und zeigt deutlich: Der Bedarf an leistungsfähigen Recyclinglösungen wird in den kommenden Jahren stark steigen.

Rückbau ist mehr als Abriss

Der Rückbau einer Windenergieanlage ist ein aufwendiger und streng regulierter Prozess. Er beginnt mit der sicheren Stilllegung der Anlage und reicht über die fachgerechte Demontage bis hin zur Trennung und Weiterverwertung der einzelnen Materialien. Stahl, Beton und Kupfer lassen sich bereits heute gut recyceln. Schwieriger wird es jedoch bei sogenannten Faserverbundstoffen, die vor allem in den Rotorblättern eingesetzt werden.

„Noch steht das Recycling von Windenergieanlagen am Anfang einer industriellen Entwicklung“, erklärt Antje Wagenknecht, Geschäftsführerin der Fachagentur Wind und Solar. „Doch mit jeder Anlage, die ihr Lebensende erreicht, wächst der Handlungsdruck. Es braucht klare Regeln, verlässliche Verfahren und funktionierende Märkte für recycelte Materialien.“

Rotorblätter als größte Herausforderung

Besonders anspruchsvoll ist das Recycling der Rotorblätter. Aktuell bestehen diese überwiegend aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK). Ab den 2030er-Jahren werden jedoch zunehmend Rotorblätter aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) hinzukommen, die leistungsfähiger, aber auch schwieriger zu verwerten sind. Ab etwa 2033 rechnen Fachleute mit einem deutlichen Anstieg dieser Materialien im Recyclingprozess.

Für CFK existiert mit der sogenannten Pyrolyse bereits ein großtechnisch erprobtes Verfahren, bei dem die Fasern und Harzbestandteile getrennt und teilweise wiederverwendet werden können. Auch GFK lässt sich grundsätzlich auf diese Weise recyceln. Wirtschaftlich ist dies bislang jedoch oft wenig attraktiv, da neue Glasfasern günstiger produziert werden können als recycelte.

Kreislaufwirtschaft als Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Um die Windenergie langfristig wirklich nachhaltig zu gestalten, sind aus Sicht der Fachagentur weitere Schritte notwendig. Dazu gehören der Aufbau von Sekundärmärkten für recycelte Materialien, die Einführung standardisierter Materialpässe sowie klare gesetzliche Vorgaben für Rückbau und Recycling.

„Der Rückbau einer Windenergieanlage ist nicht das Ende ihres Lebenszyklus, sondern der Beginn eines neuen“, betont Wagenknecht. „Nur wenn Ausbau, Rückbau und Recycling zusammengedacht werden, kann Windenergie ihr volles Potenzial als umweltfreundliche und zukunftsfähige Energiequelle entfalten.“

Hintergrundpapier online verfügbar

Das vollständige Hintergrundpapier „Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen“ steht ab sofort auf der Website der Fachagentur Wind und Solar e. V. zum Download bereit unter:
www.fachagentur-wind-solar.de

Kurzprofil: Fachagentur Wind und Solar

Die Fachagentur Wind und Solar ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Zu ihren Mitgliedern zählen der Bund, die Länder, kommunale Spitzenverbände, Wirtschafts- und Naturschutzverbände sowie Unternehmen. Ziel der Fachagentur ist es, die natur- und umweltverträgliche Nutzung der Windenergie an Land und der Solarenergie in Deutschland zu unterstützen. Sie veröffentlicht Analysen, Informationssammlungen und Gutachten und organisiert Diskussions- und Vernetzungstreffen. Grundlage ihrer Arbeit sind die klima- und energiepolitischen Ziele der Europäischen Union sowie eine fakten-, rechts- und wissenschaftsbasierte Arbeitsweise.

Image by Peter Dargatz from Pixabay

 

 

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