Der globale Markt für Elektrofahrzeuge hat im Jahr 2025 spürbar an Dynamik gewonnen. Nach einer Phase der Verlangsamung wurden weltweit rund 21,4 Millionen Elektro-Pkw neu zugelassen – ein Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt sind damit inzwischen etwa 74,3 Millionen Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs. Das geht aus aktuellen Berechnungen des Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hervor.
China bleibt dominierend – Europa legt wieder zu
Unangefochtener Spitzenreiter bleibt China: Mit rund 14,2 Millionen Neuzulassungen entfielen etwa zwei Drittel des weltweiten Marktes auf die Volksrepublik. Insgesamt sind dort inzwischen rund 44 Millionen Elektroautos zugelassen – etwa 60 Prozent des globalen Bestands. Bemerkenswert: In China ist mittlerweile fast jedes zweite neu zugelassene Auto ein Elektrofahrzeug.
Auf Platz zwei folgen die USA mit rund 7,1 Millionen Elektroautos im Bestand. Europa zeigt sich nach einer Phase der Stagnation wieder deutlich erholt: Rund drei Millionen Neuzulassungen im Jahr 2025 sichern der EU erneut Rang zwei im weltweiten Vergleich hinter China.
Deutschland holt kräftig auf
Auch in Deutschland zeigt sich eine Trendwende. Nach zwei schwächeren Jahren stieg die Zahl der Neuzulassungen 2025 um 50 Prozent auf 856.500 Elektro-Pkw. Insgesamt sind damit rund 3,2 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs.
Treiber dieser Entwicklung sind vor allem gesunkene Preise – unter anderem durch Hersteller-Rabatte – sowie eine größere Modellvielfalt. Dennoch bleibt Luft nach oben: Aktuell ist nur etwa jeder dritte neu zugelassene Pkw in Deutschland elektrisch.
Ein Blick nach Nordeuropa zeigt, was möglich ist: In Ländern wie Dänemark und Schweden sind bereits rund zwei Drittel aller Neuwagen Elektroautos. Spitzenreiter ist Norwegen, wo der Anteil bei über 97 Prozent liegt. Auch im Gesamtbestand ist Deutschland mit gut sechs Prozent Elektroanteil noch deutlich abgeschlagen.
Kleinere Märkte mit starkem Wachstum
Neben den großen Märkten zeigen auch kleinere Länder beeindruckende Zuwächse. Spanien verzeichnete ein Plus von 50 Prozent, Dänemark legte um 42 Prozent zu. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass Elektromobilität zunehmend weltweit an Bedeutung gewinnt.
Unabhängiger von Öl und Gas
Ein wichtiger Vorteil der Elektromobilität zeigt sich besonders in Zeiten schwankender Energiepreise. „Länder mit einem hohen Anteil an Elektrofahrzeugen sind deutlich resilienter gegenüber Preissprüngen bei fossilen Kraftstoffen“, erklärt ZSW-Experte Andreas Püttner. Fahrer von Elektroautos seien weniger abhängig von Benzin und Diesel – ein Vorteil sowohl für private Haushalte als auch für die Volkswirtschaft.
Gleichzeitig könne der Ausbau erneuerbarer Energien die Klimabilanz im Verkehrssektor deutlich verbessern und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter reduzieren.
Deutsche Hersteller im Wettbewerb solide positioniert
Im internationalen Wettbewerb behaupten sich deutsche Autobauer weiterhin in der Spitzengruppe. Unternehmen wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz gehören zu den zehn größten Herstellern von Elektrofahrzeugen weltweit.
Die Volkswagen-Gruppe liegt mit über 5,7 Millionen verkauften Fahrzeugen auf Platz drei. Allerdings wächst der Abstand zur Konkurrenz: Branchenführer BYD kommt bereits auf mehr als 15 Millionen verkaufte Elektroautos und baut seine Position weiter aus. Auch Tesla bleibt ein zentraler Wettbewerber, wurde jedoch zuletzt von chinesischen Herstellern wie Geely überholt.
Auffällig ist zudem der zunehmende Einfluss weiterer chinesischer Anbieter wie Chery Automobile oder Li Xiang, die verstärkt internationale Märkte erschließen.
Dienstwagen als Schlüssel für den Durchbruch
Ein wichtiger Hebel für weiteres Wachstum in Deutschland könnte der Dienstwagenmarkt sein. Rund zwei Drittel aller Neuzulassungen entfallen hierzulande auf Firmenfahrzeuge. Experten sehen in strengeren CO₂-Flottengrenzwerten für Unternehmen einen möglichen Impuls, um die Elektrifizierung weiter voranzutreiben.
Ein solcher Schritt hätte zudem positive Effekte auf den Gebrauchtwagenmarkt: Mehr elektrische Dienstwagen würden später als gebrauchte Fahrzeuge verfügbar und könnten so breitere Bevölkerungsschichten erreichen.
Chinesische Modelle dominieren die Ranglisten
Auch bei den erfolgreichsten Fahrzeugmodellen zeigt sich die starke Stellung chinesischer Hersteller. Zwar führen Teslas Modelle weiterhin die Ranglisten an, doch der Großteil der Top Ten stammt inzwischen aus China. In den Neuzulassungen des Jahres 2025 ist sogar kein einziges europäisches Modell mehr vertreten.
Ein Beispiel für den Aufstieg neuer Anbieter ist Geely: Mit dem Modell EX2 gelang dem Konzern direkt ein Einstieg in die Top Ten.
Fazit: Elektromobilität auf Wachstumskurs – aber mit klaren Machtverschiebungen
Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich: Die Elektromobilität wächst weltweit mit hoher Geschwindigkeit. Während China seine dominante Rolle weiter ausbaut, holen Europa und insbesondere Deutschland wieder auf. Gleichzeitig verschärft sich der internationale Wettbewerb – vor allem durch neue und etablierte Hersteller aus China.
Für Verbraucher bedeutet das vor allem eines: eine größere Auswahl, sinkende Preise und eine Technologie, die zunehmend alltagstauglich wird. Gleichzeitig bleibt der politische Rahmen entscheidend dafür, wie schnell sich Elektromobilität auch in Deutschland weiter durchsetzt.
Bild: Gemini KI
