Meine Meinung: „Nun liegt es auf dem Tisch, das neue Gebäudemodernisierungsgesetz der CDU/CSU/SPD. Und die AfD brauchen wir gar nicht mehr, um zurück in die Vergangenheit zu kommen, da reicht die jetzige Regierung. Man fragt sich, wie weit diese Politiker ihre Nase in den Ärschen der Öl- und Gasindustrie gesteckt haben? Zumindestens Parteispenden fließen vielleicht oder es lockt später ein guter Job. Wer weiß. Jedenfalls werden für Mieter und auch Eigentümer, die weiter auf ihre alten Gas- und Ölheizungen pochen und hoffen, enorme Heizkosten in der Zukunft auf sie zukommen.“
Hier eine Pressemeldung von Green Planet Energy:
Hamburg, 25.2.2026: Die schwarz-rote Koalition hat sich am 24. Februar 2026 auf die Eckpunkte des Gebäudemodernisierungsgesetzes geeinigt. Carolin Dähling, Bereichsleiterin Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy, kommentiert:
„Die Bundesregierung macht der Gaslobby ein weiteres Milliardengeschenk und lässt Bürger:innen trotz vieler Warnungen in die fossile Kostenfalle laufen. Falls noch ein letzter Beweis gefehlt hätte, dass die Energiepolitik dieser Bundesregierung einzig den fossilen Interessen dient – hier ist er. Dabei sollte jeder und jedem bewusst sein, dass der Betrieb von Öl- und Gasheizungen künftig erheblich teurer wird. Wer sich trotzdem für eine neue fossile Heizung entscheidet, muss mit steigenden CO₂-Kosten, hohen Preisen für synthetische Beimischungen und einem sinkenden Immobilienwert rechnen.
Mit dieser Einigung fällt die Koalition sogar hinter das von schwarz-rot beschlossene Gebäudeenergiegesetz von 2020 zurück. Selbst der Weiterbetrieb uralter Gas- und Ölkessel wird jetzt wieder möglich – bei einer minimalen Beimischung synthetischer Gase oder von Wasserstoff jeglicher Herkunft. Wie die Bundesregierung so die Klimaschutzziele im Gebäudesektor einhalten will, bleibt ein Rätsel.
Am stärksten benachteiligt die Regelung Mieter:innen, die von den Investitionsentscheidungen der Eigentümer:innen abhängig sind. Während diese an fossilen Heizsystemen festhalten dürfen, bleiben die steigenden Energiepreise allein Sache der Mieter:innen. Das ist eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zur bisherigen 65-Prozent-Vorgabe, die Eigentümer:innen zum Heizungswechsel ermutigte.
Die beschlossene Grüngasquote ist ineffizient, teuer und unpraktikabel. Ja, wir brauchen erneuerbare Gase für die Energiewende und es gibt sehr vorbildliche Biomethanquellen, die wir dafür nutzen können. Ihr massenhafter und dauerhafter Einsatz zum Heizen ist aber vor allem eines: reine Energieverschwendung, die für uns alle sehr teuer wird. Biomethan kostet heute das Doppelte von Erdgas, Wasserstoff noch mehr. Auch die Modernisierung unserer Wirtschaft wird darunter leiden. Denn Biogas und Wasserstoff fehlen dann für die dringend notwendige Dekarbonisierung in Industrie und weiteren Sektoren, die nicht elektrifiziert werden können.
Positiv zu bewerten ist zumindest die Zusage, dass die Förderung für den Heizungstausch beibehalten bleibt. Jetzt braucht es schnell Klarheit, dass auch die bisherige Fördersystematik und das jetzige Förderniveau bleiben. Darüber hinaus muss die Förderung konsequent sozial gerechter fortentwickelt werden, damit auch einkommensschwächere Haushalte die Möglichkeit haben, auf Wärmepumpen umzusteigen. Aktuell werden so viele Wärmepumpen verbaut wie lange nicht mehr – schlicht, weil sie sich ökonomisch rechnen und in der Praxis bewähren.”
Über Green Planet Energy eG: Die Energiegenossenschaft Green Planet Energy eG, 1999 von Greenpeace gegründet, gehört ihren mehr als 50.000 Mitgliedern und versorgt rund 200.000 Haushalte und Geschäftskund:innen mit innovativen Ökostrom- und Gasprodukten. Dabei setzt Green Planet Energy auf Stromerzeugung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien: Die Genossenschaft betreibt Wind- und Solarparks sowie Elektrolyseure zur Produktion von grünem Wasserstoff (Windgas) und bezieht Strom ausschließlich aus Direktlieferverträgen – garantiert ohne Kohle- oder Atomstrom. Green Planet Energy unterstützt Kund:innen, Unternehmen und Kommunen bei ihrer Energiewende – von der eigenen Wärmepumpe über PV-Anlagen und Mieterstromprojekte bis hin zur kommunalen Wärmeplanung. Als nicht profitmaximierende Genossenschaft engagiert sich Green Planet Energy auch politisch für eine sozial gerechte Energiewende. green-planet-energy.de
Und was sagen die Wohnungseigentümer dazu?
„In Teilen positiv“: Zum Eckpunktepapier Gebäudemodernisierungsgesetz
Verband Wohneigentum begrüßt mehr Flexibilität für Eigentümer*innen. Zugleich warnt er vor möglichen Kostenfallen
Bonn/Berlin, 25. Februar 2026 – Das nun vorliegende Eckpunktepapier zum Gebäudemodernisierungsgesetz bewertet der gemeinnützige Verband Wohneigentum in Teilen als positiv. Zugleich warnt er vor möglichen Kostenfallen für Eigentümer*innen.
Bundesgeschäftsführerin Verena Örenbas erklärt: „Wir begrüßen, dass die Vorschläge aus dem Eckpunktepapier den Eigentümern und Eigentümerinnen Flexibilität und Entscheidungsfreiheit zurückgeben. Insbesondere Besitzer älterer Bestandsgebäude mit großem energetischen Sanierungsbedarf, die sich größere Investitionen nicht leisten können, werden entlastet.“
Stabile Planungsgrundlage
Mit der bis 2029 festgeschriebenen Förderung für klimafreundliches Heizen schaffe die Politik zudem die notwendige Planungssicherheit der Eigentümer, begrüßt der bundesweit größte Verband für selbstgenutztes Wohneigentum die aktuellen Pläne. Weiterhin positiv: Die Pflicht für Energieversorger, den Anteil erneuerbarer Gase und Öle schrittweise zu erhöhen. Örenbas: „Die Verantwortung für die Transformation liegt damit nicht mehr allein bei einzelnen Eigentümer*innen.“ Hier fordert der Verband die Politik aber auch auf, Machbarkeit und Bezahlbarkeit im Blick zu haben, aktuell zweifeln Branchenvertreter an der Verfügbarkeit ausreichender Mengen Grüngas.
Mögliche Kostenfalle für Eigentümer*innen
Örenbas warnt zudem vor möglichen Kostenfallen für Eigentümer durch die vorgesehenen Erleichterungen: „Eine neue Heizungsanlage ist eine Investition für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Wer heute noch auf fossile Systeme setzt, ohne die Kostenentwicklung der kommenden Dekade einzupreisen, riskiert eine finanzielle Fehlentscheidung. Erneuerbare Energien und Wärmepumpen dienen nicht nur dem Klimaschutz, sie sind auch in den meisten Fällen für das Eigenheim die zukunftssichere wirtschaftlicher Wahl.“
Auch mit Blick auf das Erreichen der Klimaziele plädiert der Verband daher für eine flächendeckend gute Beratung zu Nachteilen und Kosten fossiler Brennstoffe. Verena Örenbas: „Die Novelle muss Verlässlichkeit schaffen und effiziente, wirtschaftliche Lösungen stärken. Entscheidend ist, dass sich über den Lebenszyklus die klimafreundlichsten und bezahlbarsten Systeme durchsetzen.“
Foto: KI
