Wer mit dem Elektroauto in den Sommerurlaub startet, kann inzwischen deutlich gelassener reisen. Das öffentliche Ladenetz in Deutschland wächst rasant und bietet inzwischen mehr als 204.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Besonders erfreulich: Rund jeder vierte Ladepunkt ist mittlerweile ein Schnelllader, sodass längere Pausen beim Nachladen immer seltener werden.
Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Ladepunkte um rund 16 Prozent gestiegen. Vor allem sogenannte Ultraschnelllader mit einer Leistung von 150 kW oder mehr wurden massiv ausgebaut. Nach Angaben der Branche erreichen Autofahrer den nächsten öffentlichen Ladepunkt heute durchschnittlich bereits nach etwa fünf Minuten Fahrzeit.
Mehr E-Autos – trotzdem kaum Wartezeiten
Auch die Zahl der Elektroautos wächst kräftig. Bereits Anfang 2026 waren in Deutschland erstmals mehr als zwei Millionen Elektro-Pkw zugelassen. Allein im ersten Halbjahr 2026 entfiel fast jedes vierte neu zugelassene Auto auf ein Elektrofahrzeug.
Trotz dieser Entwicklung müssen E-Autofahrer derzeit kaum mit überfüllten Ladesäulen rechnen. Die durchschnittliche Auslastung öffentlicher Ladepunkte liegt laut Branchenangaben bei lediglich rund zwölf Prozent. Das bedeutet: In den meisten Fällen ist eine freie Lademöglichkeit schnell gefunden.
Wer baut das Ladenetz aus?
Den größten Teil der öffentlichen Ladeinfrastruktur stellen Energieversorger bereit. Hinzu kommen zahlreiche weitere Anbieter wie Supermärkte, Hotels sowie Betreiber von Parkhäusern und Parkplätzen. Dadurch entstehen immer mehr Lademöglichkeiten genau dort, wo Autofahrer ohnehin unterwegs sind.
Gute Voraussetzungen für die Urlaubsreise
Gerade in der Ferienzeit dürfte das dichte Ladenetz vielen Reisenden Sicherheit geben. Moderne Navigationssysteme planen Ladestopps automatisch entlang der Strecke ein und berücksichtigen dabei sogar den aktuellen Ladezustand des Fahrzeugs.
Natürlich kann es an besonders beliebten Reisetagen oder stark frequentierten Autobahnstandorten zeitweise zu Wartezeiten kommen. Insgesamt zeigt der Ausbau der vergangenen Jahre jedoch deutlich: Die Ladeinfrastruktur wächst derzeit schneller als die Zahl der Elektroautos.
Politik soll nun die Nachfrage stärken
Aus Sicht der Energiewirtschaft ist der Ausbau des Ladenetzes inzwischen kein Engpass mehr. Stattdessen seien langfristig verlässliche politische Rahmenbedingungen gefragt, um den Umstieg auf Elektroautos weiter zu fördern. Dazu zählen unter anderem steuerliche Anreize und eine langfristige Strategie für die Elektromobilität.
Fazit: Wer mit dem E-Auto in den Sommerurlaub fährt, muss sich heute deutlich weniger Gedanken über die nächste Lademöglichkeit machen als noch vor wenigen Jahren. Mit mehr als 200.000 öffentlichen Ladepunkten, einer stetig wachsenden Zahl an Schnellladern und einer aktuell niedrigen Auslastung sind die Voraussetzungen für eine entspannte Reise so gut wie nie zuvor.
Textvorlage: BDEW / Foto: KI